Seit dem 28. November 2018 steht das neue Magento 2.3.0 Update zur Verfügung und bringt viele Verbesserungen mit sich. In unserem Blog-Beitrag erfahren Sie, welche neuen APIs die neue Version bietet und welche Vorteile die zusätzlichen Tools, wie das PWA Studio schaffen.
Eines der wichtigsten Neuerungen ist der Support von GraphQL, einer von Facebook entwickelten API, die 2015 veröffentlicht wurde. GraphQL bietet als Open-Source-Datenabfrage- und Manipulationssprache eine flexiblere und effizientere Alternative zu den vorhandenen APIs REST und SOAP.
GraphQL ermöglicht es Clients, die Struktur der benötigten Daten zu definieren, sodass der abgefragte Server die gleiche Struktur wiedergibt. Damit wird verhindert, dass zu große Datenmengen vom Server zurückgegeben werden. Im Resultat wird das Frontend weitaus schneller und führt zu einer verbesserten Usability. Insbesondere relevant wird GraphQL für mobile Nutzer mit langsamen Netzwerkverbindungen.
Die asynchrone und Bulk Web API wurde unter anderem von uns, insbesondere von unserem Lead Magento Entwickler Alex Lyzun mitentwickelt. Der Kerngedanke hinter dieser API ist es, dass eine hohe Zahl an API Requests asynchron prozessiert werden können, ohne auf die Antwort des Servers warten zu müssen.
Der Status Quo ist, dass wenn ein Client eine Anfrage an den Server sendet, er immer länger warten muss, je höher die Zahl der geänderten Produkte ist.
Die asynchrone Web API löst dieses Problem über eine Nachrichtenwarteschlange, indem Anfragen asynchron ausgeführt und Aufgaben im Hintergrund prozessiert werden. Die Bulk-Verarbeitung führt somit zu hohen Geschwindigkeitsvorteilen, wenn es darum geht, Massen-API-Anfragen, wie einen Bestandsimport, aktualisierte Auftragsstatus aus dem ERP-System o. Ä. durchzuführen.
Im folgenden Video erklärt Ihnen unser Lead Magento Entwickler und weitere Contributors, wie die API im Detail funktioniert:
Magento unterstützt mit der neuen Version jetzt auch Google reCAPTCHA, die Ihrem Online-Shop zusätzliche Sicherheitsfeatures bietet. Im Kern können dank dieser Integration Kunden sehr leicht von Bots unterschieden werden.
Die 2-Faktoren-Authentifizierung bietet zusätzlichen Schutz, wenn es darum geht, Zugang zu sensiblen Daten zu erhalten. Im Magento Admin-Panel kann der Nutzer beispielsweise auf Shop-, Bestell- oder Kundendaten zugreifen. Um diese schützenswerten Daten noch sicherer zu verwalten, kann mit Magento 2.3 die 2FA eingesetzt werden.
In unserem Blogartikel erklären wir die Details hinter dieser Sicherheitsverbesserung:
Hier geht es zum Artikel: "Neue Sicherheitsfeatures in Magento - Google reCAPTCHA und 2FA"
Magento 2.3 unterstützt jetzt PHP 7.2 vollumfänglich. Die im November 2017 veröffentlichte PHP-Version 7.2 bringt viele neue Entwicklungsfeatures und verbessert die Performance und Sicherheit deutlich.
Damit stellt Magento sicher, dass auch die aktuellsten Technologien vom System unterstützt werden.
Das deklarative Schema zielt darauf ab, die Magento-Installation und die Upgrade-Prozesse stark zu vereinfachen. Gleiches gilt für Extensions.
Mit dem neuen Ansatz wird es Developern ermöglicht, Datenbank-Strukturen und Änderungen in XML-Files zu definieren, anstatt diese Definition per Installationsskripten vorzunehmen. Magento konvertiert diese XML-Schemen in SQL-Anweisungen und führt sie anschließend aus.
Somit entsteht ein wichtiger und hervorzuhebender Vorteil: Zurücksetzungsunterstützung. Im Klartext heißt das, dass Datenbankänderungen, die in einem Modul oder einer Funktionalität implementiert werden, auf eine frühere Version zurückgesetzt werden können.
ElasticSearch ist eine der führenden Suchlösungen im Open-Source-Umfeld. Nachdem die Lösung ausschließlich für Magento Commerce verfügbar war, wird sie mit der Version 2.3 auch der Open Source zugänglich gemacht. Fürs Erste wird die aktuelle Version ElasticSearch v5 unterstützt.
Künftig soll ElasticSearch als die Standard-Suchlösung in Magento out of the box verfügbar sein.
In der neuen Magento-Version wird der WYSIWYG-Editor TinyMCE von der Version 3 auf Version 4 geupgradet. Damit stehen Nutzern viele neue Vorteile zur Verfügung. Widgets, Variablen und Medien-Gallerien werden künftig als Plugins implementiert und können global oder auf Shop-Basis definiert werden.
Die veraltete TinyMCE Version 3 wird mit der Magento Version 2.4 entfernt.
Ein langersehntes und großes Feature wird mit dem Multi Source Inventory (MSI) mit Magento 2.3 vorgestellt.
MSI ermöglicht es Shop-Besitzern den Lagerbestand mehrerer Standorte zu managen, um damit den physischen, tatsächlichen Bestand widerzuspiegeln. Das Echzeit-Sourcing kontrolliert, welche Lagerstandorte für eine Bestellung verwendet werden.
Ein globales Unternehmen hat somit die Möglichkeit, festzulegen, dass für Bestellungen nach Frankreich bevorzugt das Lager in Frankreich als Lagerquelle verwendet wird, um den kürzesten Weg und somit die geringsten Kosten wie auch die schnellste Lieferzeit sicherzustellen.
Ein weiteres Feature von MSI ist die Reservierungsmöglichkeit für Shop-Kunden, sodass ein akkurater und performanter Checkout sichergestellt werden kann und der Kunde definitiv die Anzahl der Produkte erhält, die er in seinem Warenkorb hat.
Magento stellt zusätzlich eine API zur Verfügung, über die Drittsysteme an das MSI angebunden werden können.
Ein weiteres Tool, auf das viele bereits lange gewartet haben, ist der Page Builder.
Der Page Builder basiert auf der von Magento vor geraumer Zeit akquirierten Lösung Bluefoot CMS und bietet Nutzern die Möglichkeit, einfach per Drag & Drop individuelle Seiten oder Templates zu erstellen, ohne dabei in den Quellcode eingreifen zu müssen. Die User Experience ist so vereinfacht, dass keine Programmier-Skills notwendig sind, um das Tool zu bedienen.
Der Page Builder ist nativ in Magento Commerce 2.3 verfügbar, für Magento Open Source Variante hingegen wird es eine kostenpflichtige Variante geben.
In unserem Blogartikel erklärten wir detailliert, was eine Progressive Web App ist und welche Vorteile sie bietet. Mit Magento 2.3 kommt das lang erwartete PWA Studio. Dabei handelt es sich um eine Suite mit verschiedenen Tools, die es ermöglicht, ein PWA Storefront auf Magento 2 zu entwickeln, zu deployen und zu warten.
Folgende wichtige Features bringt Magentos PWA Studio mit sich:
Dank des neuen Cache Management Systems ist es möglich zu kontrollieren, welche User den Magento Cache sehen oder löschen können.
Besonders hilfreich ist dieses Feature dann, wenn neue Entwickler eingewiesen werden und zunächst Zeit benötigen, um sich mit dem System-Cache auseinanderzusetzen. Unter solchen Umständen kann nun vorab festgelegt werden, welche Rechte dieser Entwickler hinsichtlich des Caches haben soll.
Künftig sollen Sales Channels das Produkt- und Ordermanagement für Marktplätze zur Verfügung stellen. In Magento 2.3 wird der erste dieser Channels der Amazon-Sales-Channel sein. Etwa 60% aller Magento-Shops nutzen zusätzlich Amazon als Verkaufskanal. Da Magento sowie Amazon in einer engen Partnerschaft stehen, wird es eine tiefe Integration in Version 2.3 geben. So wird es sogar möglich sein, das Dynami-Pricing-Tool über Magento auszusteuern.
Google-Merchant-Center und Google-Smart-Shopping-Kampagnen werden ebenfalls integriert
Der E-Commerce-Markt wächst stetig und fortlaufend werden neue Features entwickelt, die Online-Händlern verhelfen, ihre Produkte bestmöglich zu positionieren. Umso wichtiger ist es, den Anschluss nicht zu verlieren und entgegen dessen als Vorreiter im E-Commerce-Umfeld zu agieren.
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