Marken-Hersteller stehen regelmäßig vor der Herausforderung, hochwertige redaktionelle Inhalte oder Marketing-Contents mit E-Commerce Produktdaten und Prozessen auf einer Webseite zu kombinieren. Basiert diese Webseite auf einem CMS, wie z.B. TYPO3, besteht der limitierende Faktor darin, dass sich ein CMS auch mit entsprechenden PlugIns und Extensions nicht zu einem vollwertigen Shopsystem ausbauen lässt. Basiert die Webseite auf einem Shopsystem, wie z.B. Magento, gelangt man bei den Content-Management-Kapazitäten schnell an die Grenze des Machbaren, vom Bearbeitungskomfort ganz zu schweigen.
Häufig wird an dieser Stelle der Weg eingeschlagen, das User Interface Design von Shop und Webseite identisch zu gestalten und zwischen den Systemen weiter zu leiten. Dies führt in der Praxis zu verschiedenen Problemen, wie Duplicate Content (SEO-Relevanz) und mangelnder Aktualisierung der Hauptnavigation zwischen den Systemen.
Wir zeigen in diesem Artikel verschiedene Lösungsansätze für diese Herausforderung auf.
Jedes dieser Lösungsszenarien hat – wie immer im Leben – seine Vor- und Nachteile, die wir im Kontext transparent beleuchten. Daher sollten Sie im Vorfeld genau überlegen, ob Ihr Fokus auf Content Marketing oder auf dem E-Commerce-Prozess liegt und die möglichen Lösungswege daraufhin kritisch überprüfen.
Dieser Lösungsansatz entspricht vermutlich der Idealvorstellung der meisten Marketer. Der Fokus liegt auf hochwertigem Content, der über strukturierte Produktdaten in Verbindung mit einer Kaufmöglichkeit angereichert werden soll.
Sie betreiben vermutlich mehrsprachige Webportale mit viel, regelmäßig zu aktualisierendem Content und möchten einzelne Produkte oder eine Auswahl von Produkten in den Fließtext integrieren. Von dort aus soll der User nahtlos auf die Produktdetailseite und in den nachgelagerten E-Commerce-Prozess gelangen.
Faktisch werden in diesem Szenario die Magento Views wie z.B. das Produkt-Listing, das Produkt-Detail oder der Warenkorb in TYPO3 als PlugIns angeboten. Der Redakteur kann sich entscheiden, welches View mit welchem Inhalt (Kategorie, Produkt) er anzeigen möchte. Das Frontend Styling erfolgt dabei mit Hilfe der TYPO3 Styles. Für den Besucher ist im Ergebnis zu keiner Zeit erkennbar, dass es sich um Magento Views handelt.
Hier einige Beispiele:
Technisch wird dies gelöst, indem eine Middleware über ein PlugIn sowohl in Magento als auch in TYPO3 die Daten bi-direktional bereitstellt. Die bereitgestellten Daten in TYPO3 sind praktisch native Daten, die in Widgets ausgegeben werden und damit auch durch eine Suche in TYPO3 entsprechend erfasst werden.
Vorteile dieser Lösung:
Nachteile dieser Lösung:
Dieses Lösungsszenario empfiehlt sich dann, wenn ein sehr individuell gestaltetes Frontend mit eher individuell gestalteten Geschäfts- bzw. E-Commerce-Prozessen benötigt wird und weder ein Fokus auf Content Marketing noch auf E-Commerce identifiziert werden kann.
Content, Produkte und Prozesse greifen bei Ihnen untrennbar ineinander und das Diktat vorgegebener Strukturen eines CMS bzw. eines Shop-Systems zwingt Sie zu ungewollten Kompromissen in der Ausgestaltung Ihres Webportals.
In diesem Szenario dient das CMS als redaktionelle Umgebung für den Content und das Shopsystem als Produktdatenbank. Auf der Webseite selber ist weder das CMS als TYPO3 noch Magento als Shopsystem identifizierbar. Einzig der Checkout und der Account-Bereich werden direkt durch Magento ausgeliefert.
Hier einige Beispiele:
Technisch werden die Inhalte aus dem CMS und dem Shop über Elastic Search indexiert und in einer strukturierten Datenbank abgelegt. Das gesamte Frontend kann dann frei von den Restriktionen eines Frameworks (wie TYPO3 oder Magento) ausgestaltet werden. Ein willkommener Nebeneffekt ist, dass die Seitengeschwindigkeit mit ca. 100ms time-to-first-byte unschlagbar schnell ist.
Vorteile dieser Lösung:
Nachteile dieser Lösung:
Dieser Weg wird oft gewählt, wenn der E-Commerce Prozess im Fokus steht und sich der Prozess, redaktionelle Seiten attraktiv aufzubereiten, für die Redakteure als nicht praktikabel oder zu kompliziert herausstellt.
In diesem Fall sollte zunächst identifiziert werden, welchem Zweck die redaktionellen Inhalte dienen:
Grundsätzlich sollte in diesem Fall jedoch auch die Option geprüft werden, ob die Installation eines Wordpress-PlugIns sinnvoll ist, oder der Betrieb eines separaten Blogs unter Umständen sogar wirkungsvoller sein könnte.
Hier werden die redaktionellen Seiteninhalte in TYPO3 erstellt und als Webservice von Magento ausgelesen und angezeigt. Dabei profitieren Sie von der flexiblen Inhalts-Gestaltung von TYPO3. Der Aufbau der Menü-Struktur sowie die Seitenanlage selbst erfolgt jedoch nach wie vor in Magento.
Beispiel:
Vorteil dieser Lösung:
Nachteil dieser Lösung:
Dieses Vorgehen lohnt sich eher für kleinere Shops. Wir empfehlen hier in der Regel eine Wordpress Integration anstelle einer TYPO3-Integration, da diese schneller (und kostengünstiger) realisierbar ist und Wordpress ebenfalls sehr benutzerfreundlich ist.
Wenn Sie sich - angeregt durch diesen Blogartikel - intensiver mit den verschiedenen Lösungsansätzen und den konkreten Technologien, mit denen sie realisiert werden, auseinander setzen wollen freuen: Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme. Wir von comwrap verfügen über jahrelange Erfahrung in der Integration von Magento und TYPO3 und helfen Ihnen gerne.